Feb 242014
 

Siegfried Ermer Pro Rauchfrei AfDDer Widerstand gegen das NRW-Rauchverbotsgesetz beschäftigt auch den als äußerst militant geltende Antiraucherverein „Pro Rauchfrei“ aus München (u.a. durch Denunziationsformulare bekannt), der sich mehrfach mit Schaum vor dem Mund wieder zu Wort meldete. (An dieser Stelle kein Link zu deren Website – das wäre zu viel der Ehre.) Über den zivilen Ungehorsam gegen obrigkeitliche Bevormundung zeigte man sich zum Jahresende „entrüstet“ und wandte sich hilferufend an die uniformierte Staatsmacht, so wie es sich für Menschen mit autoritärer Persönlichkeit geziemt. Man habe sich an diverse Behörden in Nordrhein-Westfalen gewandt, damit die Polizei einschreitet, wenn zwischen den Feiertagen die Ordnungsämter unterbesetzt sind und daher Rauchen in der Gastronomie schlechter unterbinden können. Vermutlich ohne jeden Erfolg.
Wir sind gespannt, ob „Pro Rauchfrei“ demnächst den Einsatz der Bundeswehr gegen unbotmäßige Wirte und protestierende Tabakgenießer fordert. Eine Frau, die auf einer bayerischen Karnevalsfeier als Teil ihrer Verkleidung eine Zigarettenattrappe benutzte, wurde letztes Jahr von dem kleinen Denunziantendachverein bereits angezeigt. Und jüngst hat sich das Grüppchen auch des NRW-Karnevals angenommen. Als ein Essener Karnevalsverein einem grünen Kommunalpolitiker wegen seines sozial unverträglichen Antiraucherverhaltens Hausverbot erteilte, erklärte sich „Pro“ gleich solidarisch mit dem grünen Volkserzieher.
Wie es zu einer Organisation intoleranter Spießer passt, ist sie auf einen einzigen großen An- und Wortführer zugeschnitten, Herrn Siegfried („Siggi“) Ermer aus Erlangen. Im letzten Jahr nutzte der „Unternehmensberater für Ärzte“ die Gründung der Partei AfD (Alternative für Deutschland), um dort den Kreisvorsitz zu übernehmen und für den Bundestag zu kandidieren.
Dieser Unterwanderungsversuch ist bisher offenbar nur mäßig verlaufen, jedenfalls hat der AfD-Landesverband NRW sich per Parteitagsbeschluss ausdrücklich gegen das totale Rauchverbot und für eine Rückkehr zur alten Fassung des Landesgesetzes ausgesprochen.
Für diese demokratische Entscheidung und freiheitliche Position seiner Partei lässt Ermer aber wohl jeden Respekt vermissen, sonst würde er nicht weiter nach harter Durchsetzung des rigiden Verbots schreien. Es ist Sache der AfD, ob sie sich dieses möglicherweise parteischädigende Verhalten ihres Mitglieds Ermer noch länger bieten lässt.

  One Response to “Rauchverbots-Widerstand erweckt Aufmerksamkeit”

Comments (1)
  1. Guter Beitrag! Allerdings hätte ich mir an der einen oder anderen Stelle eine andere Wortwahl gewünscht. Je kleiner der Gegner geredet wird, desto mehr wächst er in seinem Lager und lässt die eigene sachliche Argumentation verblassen.

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