Mai 012014
 

Volksbegehren "Nichtrauchen - Rauchen - Wahlfreiheit (NRW)"
Ein Jahr totales Rauchverbot in NRW
Ein trauriger Jahrestag, den wir heute begehen.

Die Befürchtungen, die wir gehabt haben, aus den Erfahrungen anderswo heraus und aus unserer Einschätzung der Situation in NRW gespeist, haben sich – wen wundert’s – alle bewahrheitet:

  • ein eingeengteres Dasein für uns alle,
  • der Verlust an Gemütlichkeit und Sozialkontakten in vielen Gaststätten,
  • und dort auch der Rückgang an Gästen, Umsatz und Gewinn bis hin zu vielen Schließungen,
  • gegängeltes Brauchtum,
  • Einschränkungen für viele Vereine, in deren Räumlichkeiten nicht mehr sie selbst regieren,
    sondern die Obrigkeit
  • und andere Probleme, die längst nicht alle öffentlich bekannt werden.

Ich nenne nur drei Beispiele für die verheerenden Auswirkungen des Bevormundungsgesetzes, das die grünen Volkserzieher und ihre roten Helfershelfer gegen den gesunden Menschenverstand durch den Landtag gepeitscht haben:

  1. Das jährliche Vereinsfest im Westfälischen, das nicht mehr stattfinden kann, weil es auf einem Schulhof veranstaltet wird und die Organisatoren nicht für die Einhaltung des totalen Rauchverbots auch bei außerschulischen Veranstaltungen garantieren können, dass dort seit dem 1. Mai 2013 gilt.
  2. Der unterhaltsame Nachwuchskünstler im rheinischen Karneval, der vor fast leeren Bänken auftreten muss, weil so viele Gäste zwischen den Auftritten der bekannteren Namen zum Rauchen oder mit den Rauchern vor die Tür gehen, weil im Innern ein totales Rauchverbot gilt, seit dem 1. Mai 2013.
  3. Der früher erfolgreiche Jungunternehmer mit Migrationshintergrund, der aus schwierigen sozialen Verhältnissen stammt, aber mit seinem Shisha-Café sich eine solide Existenz aufgebaut hatte, vor deren Trümmern er nun steht, da ein Großteil seiner bisherigen Kundschaft nicht mal eben zum Rauchen mit einer Wasserpfeife nach draußen geht, wegen des totalen Rauchverbots vom 1. Mai 2013.

Auch die nackten Zahlen untermauern diese menschlichen Schicksale:

So zeigt die Umfrage des Getränkefachgroßhandels, dass fast alle getränkegeprägten Gaststätten unter dem Verbot wirtschaftlich zu leiden haben, sechs Prozent haben schon schließen müssen. Ohne das milde Wetter hätten sich weniger über den Winter retten können.

Und eine eigene Fallstudie von »NRW genießt!« hat jüngst für das bedeutendste Ausgehviertel in den Bundesstadt Bonn einen Gästerückgang von über einem Viertel in den Kneipen festgestellt. [mehr dazu…]

Doch es gibt auch Hoffnung: Eine Befragung verschiedener Verbände förderte jüngst zutage, was wir überall im Lande spüren: Diese Bevormundung lehnen die allermeisten Menschen in NRW ab! 63 Prozent der hiesigen Bevölkerung will das absolute Rauchverbot nicht und befürwortet eine Korrektur dieses Fehlers von Landesregierung und Landtagsmehrheit.
Ich appelliere daher an alle Freundinnen und Freude der Freiheit, sich für unser Volksbegehren zu engagieren, damit wir der Ministerin Steffens und der Ministerpräsidentin Kraft zeigen können, wo der Hammer hängt und diesem Spuk alsbald ein Ende bereiten können.

Christoph Lövenich
Aktionsbündnis »NRW genießt!«

  4 Responses to “Bilanz: Ein Jahr totales Rauchverbot”

Comments (4)
  1. Und verstößt es nicht gegen den Gleichheitsgrundsatz,dass in den Türkischen Kulturvereinslokalen das Rauchen nach wie vor gestattet ist? Bei schönem Wetter steht die Tür offen,drinnen wird beim Kartenspiel fröhlich geraucht und getrunken Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes laufen dort täglich auf ihren Rundgängen vorbei..Wie kann das sein? Ich fordere gleiches Recht für alle!.Das ist wieder mal typisch GRÜNE POLITIK:In Berlin plädiert die Grüne Bezirksbürgermeisterin von Kreuzberg (Monika Herrman) für die Eröffnung von Coffeeshops und die Freigabe von Mariuhana….

    • Ja!
      Das Gesetz macht keinen Unterschied zwischen deutschen und türkischen Vereinslokalen.
      Dieses von Ihnen genannten Beispiel – wie auch die Behandlung der Shisha-Bars – zeigt Aspekte ausländerfeindlicher Politik der nordhein-westälischen Landesregierung und ist unverhältnismäßig überzogen. Der vermeintliche „Gesundheitsschutz“ von Menschen, die dort freiwillig niemals reingehen müssen und insoweit durchaus selbst in der Lage sind, sich zu „schützen“, wird höher angesetzt, als die kulturübergreifende und völkerverbindende Kommunikation in gemütlicher Runde (zu dessen Ritual hier auch der Genuss einer Wasserpfeife gehören kann) sich freiwillig und bewusst dafür entscheidender Bürger. Insbesondere bei jungen Erwachsenen erfreut(e) sich diese Art der Kommunikation großer Beliebtheit – die nun gesetzeswidrig und verboten ist.
      Da Sie Berlin erwähnen: In Berlin, ist das Rauchen in Shisha-Cafés und Kulturvereinen auch bei Verabreichung vor Ort zubereiteter Speisen explizit erlaubt.

      • Hallo!
        Dann werde ich Beschwerde einreichen bei der Stadt Meckenheim! Mein Beitrag war nicht ausländerfeindlich gemeint,das möchte ich hiermit nochmal zum Ausdruck bringen.

        • Ich glaube, das hat auch niemand falsch verstanden.
          Ihnen ging es um den Gleichbehandlungsgrundsatz, der als Interessenausgleich natürlich in beide Richtungen wirkt.

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